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Boris Kasper Progress Professionals Blog Empowering Leadership Titel

Wie Sie durch Empowerment Leistung, Motivation und Innovation steigern

Erfolgreiches Leadership bedeutet, aus Power (Macht) Empowerment (Bemächtigung) zu machen. Dazu weichen einseitige Machtverhältnisse, in denen Befehle von oben nach unten verteilt werden, einer neuen Struktur: Die Führungskraft gibt Verantwortung an das Team ab und befähigt es, Prozess, To-Dos und Mittel zur Lösung einer Aufgabe selbst zu bestimmen– und lässt Mitarbeitende später auch an der Ergebnisabstimmung teilhaben. So macht Empowering Leadership auch einen Rollenwechsel auf Team-Ebene möglich: von Vorgaben umsetzenden Untergebenen zu eigenverantwortlichen Fachexperten auf Augenhöhe.

Was Empowering Leadership ausmacht

Eigenverantwortung ermöglichen: Teams zu empowern bedeutet, sie zu befähigen und zu bemächtigen – und zwar grundzusätzlich zu eigenverantwortlichem Arbeiten und Handeln. Eigenverantwortung im Arbeitsprozess heißt letztlich nichts anderes, als 1. selbst zu entscheiden, wie ein konkretes Ziel am besten umgesetzt werden kann und 2. auch selbst (mit)beurteilen zu können, ob das Ziel durch die geleistete Arbeit tatsächlich effizient und optimal erreicht wurde. Für den ersten Schritt lässt Empowering Leadership einzelne Mitarbeitende oder ganze Teams ohne Vorgabe bestimmen, welche Mittel, Methoden und Lösungswege sie wählen möchten – und lässt sie auch die nötigen Schritte bestimmen, statt Anweisungen abzuarbeiten. Danach beurteilt Empowering Leadership die Ergebnisse nicht im Alleingang, sondern lässt die Verantwortlichen am Bewertungs- und Entscheidungsprozess auf fachlicher Augenhöhe teilhaben.

Transparenz schaffen: Um aber überhaupt eigenverantwortlich arbeiten und beurteilen zu lassen, ist Transparenz nötig – im Sinne von Verständnis, Klarheit, Nachvollziehbarkeit und Offenheit. Empowering Leadership muss zuerst sicherstellen, dass jede:r verantwortliche Mitarbeiter:in wirklich versteht, welches Ziel (Mission) erreicht werden soll und warum oder wozu das wichtig ist (Vision). Dann gilt es im Empowering Leadership, Klarheit über einzelne Verantwortungsbereiche und Rollen im Team zu ermöglichen – und dass dann auch jedem und jeder- einschließlich der Führungskraft selbst- klar ist, welche Mittel und Lösungen erbracht werden müssen, um die Mission zu erfüllen. Nur so wird nachvollziehbar, welche Aufgaben von wem zu erledigen sind und was die nötigen Prozessschritte sind. Um To-Dos abzuhaken und nicht ins Leere zu arbeiten, sollten sämtliche relevanten Informationen für alle jederzeit offen zugänglich sein – sowie bereits geleistete Schritte und jeweilige Ergebnisse offen kommuniziert werden.

Unterstützung bieten: Empowering Leadership befähigt Mitarbeitende und Teams allerdings auch ganz praktisch – indem es alle Beteiligten durch Bereitstellung von nötigen Informationen, Mitteln und Kapazitäten unterstützt. Der Leader gibt dem Team alles, was es braucht und hilft jederzeit, Hindernisse aus dem Weg zu räumen und Abläufe zu verbessern. Zudem ist der befähigende Leader immer ohne Hemmschwellen für Rückfragen und bei Problemen erreichbar und kann helfend sowie nötigenfalls korrigierend eingreifen. Denn Eigenverantwortung zu haben, heißt noch lange nicht, allein gelassen zu werden. Eine wesentliche Aufgabe von Empowering Leadership ist es zudem, den reibungslosen Austausch und Dialog zu gewährleisten und objektiv zu moderieren – dazu gehört auch, bei Uneinigkeit oder Konflikten sachlich zu vermitteln.

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Warum Empowering Leadership heute richtig und wichtig ist

1. Komplexe Anforderungen und stetiger Wandel fordern Power-Teams

Wo gestern vielleicht noch ein führender Experte das alleinige Sagen haben konnte, braucht es heute oft mehrere Fachkräfte verschiedener Disziplinen, um Lösungen für die immer komplexer werdenden und sich stetig wandelnden Anforderungen im Business 4.0 entwickeln zu können. Da reicht die fachliche Expertise der Führungskraft schlicht nicht mehr aus. Echte Verstärkung kann ein Team aus diversen Spezialist:innen für unterschiedliche (Teil-)Bereiche aber nur dann bieten, wenn es sich vollumfänglich einbringen kann, statt auf Anweisungen zu warten. Zudem müssen Unternehmen heutzutage schnell auf verändertes Nutzungs-, Konsum- und Anspruchsdenken ihrer Zielgruppen reagieren können. Dazu braucht es flexible Projektarbeit statt immer gleiche Prozessketten. Empowering Leadership trainiert Mitarbeitende darin, sich selbstständig in effizienten Teams zusammenzufügen und Arbeitsabläufe auf verschiedene Anforderungen anzupassen.

2. Empowerment Leadership fördert Mitarbeitenden-Bindung und -Motivation

Individualisierung und Selbstverwirklichung sind gesellschaftliche Megatrends, die natürlich auch in den Anspruch an ein optimales Arbeitsumfeld einfließen. Wer heute Fachkräfte gewinnen und ans Unternehmen binden will, muss Teilhabe, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung bieten können. Gleichzeitig verliert Gehalt und Status immer mehr an Gewicht, um Mitarbeitende zu Top-Leistung zu motivieren – Arbeitnehmenden wird immer wichtiger, wie sie ihr Geld verdienen und ob ihre Arbeit ihnen Sinn und Erfüllung bietet. Diese sogenannte intrinsische Motivation erreicht Empowering Leadership, weil sie Mitarbeitern Visionen gibt und ihnen erlaubt, Verantwortung zu tragen und Ergebnisse fachlich wie persönlich mitzugestalten. Das steigert das Engagement, Kontrolle und Befehlswesen dagegen frustrieren und blockieren. Zudem erhöht der geförderte Dialog im Team sowie auch das Gefühl, gemeinschaftlich Erfolge erzielt zu haben, den Zusammenhalt und die persönliche Identifikation mit den Kolleg:innen und dem Unternehmen selbst.

3. Befähigende Führung steigert Leistungs- und Innovationskraft

Wer immer nur Dienst nach Vorschrift tun muss, wird auch viel wahrscheinlicher nur eine 08/15-Leistung abliefern, als derjenige, dem Kreativität und Verantwortung zugestanden wird. Führungskräfte werden im Entscheidungs- und Lösungsprozess entlastet, wenn sie Eigenverantwortung und Teilhabe erlauben – dadurch bleibt mehr Zeit und Manpower, um Arbeitsleistung effizienter zu organisieren und Hindernisse oder Fehlerquellen zu analysieren und zu optimieren. Zudem kann Empowering Leadership zügig neue Ideen generieren und wirklich innovative Lösungsmodelle ermöglichen, weil es die Integration und den Austausch verschiedener Perspektiven und Ansätze erlaubt und fördert.

Wie Sie zum empowernden Leader werden

Das richtige Mindset für Empowering Leadership

Moderne Führung zeichnet sich grundsätzlich dadurch aus, Mitarbeitende nicht als Untergebene zu sehen, sondern menschlich wirklich wertschätzend und fachlich auf Augenhöhe anzuerkennen. Diese Haltung braucht es auch unbedingt, um Teilhabe zuzugestehen und Eigenverantwortung zuzulassen. Zudem müssen für Empowering Leadership klassische Machtansprüche losgelassen werden. Dabei hilft es, das Ganze einmal so zu betrachten: Sie verlieren keine Power, sondern es liegt mehr denn je in Ihrer Macht, Ihre Mitarbeitenden leistungsstark, zufrieden und erfolgreich zu machen – und damit Ihr ganzes Unternehmen. Statt das Ausführen von Vorgaben einfach kontrollieren zu können, muss Empowering Leadership natürlich Vertrauen in Kompetenz und Engagement des Teams haben. Auch das können Sie sich erleichtern, wenn Sie sich die gewählte Herangehensweise vor Projektbeginn und danach Zwischenergebnisse zeigen lassen. So nehmen Sie auch Ihren Mitarbeitenden Angst vor der Eigenverantwortung und zeigen Ihnen, dass Sie sie jederzeit unterstützen. Dazu ist es nötig, Ansprüchen zuzuhören, statt Anweisungen zuzurufen! Lassen Sie sich von Ihren Mitarbeitenden sagen, was sie brauchen, fragen Sie gezielt nach – und reagieren Sie dann verlässlich. Befähigende Leader sollten nämlich immer auch selbst ein Vorbild für Verlässlichkeit und Engagement sein, mit dem sich das Team identifizieren kann und das es umgekehrt nicht enttäuschen möchte.

Empowering Leadership in der Praxis

Eigenverantwortung hat wenig damit zu tun, sich alles auch selbst erarbeiten zu müssen.

Stattdessen werden Führungskräfte im Empowering Leadership mehr und mehr zu inhaltlichen Managern: Ihre Kernaufgaben liegen in der Organisation und Bereitstellung, Leader fungieren hier mehr als Vermittler, denn als Verantwortliche. Das erschöpft sich nicht an notwenigen Mitteln, Ressourcen oder Kapazitäten – auch Information sollte reibungslos vermittelt werden. Dazu muss die Kommunikation im Team sowie ein fachlicher Austausch ermöglicht und oftmals auch moderiert werden. Ob dazu physische Meetings nötig oder (digitale) Kommunikationsmedien und einfache Informationszugänge besser geeignet sind, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Team klären. Wichtig ist jedoch, dass Sie eingreifen, wenn sich etwas als nicht probat erweist: Auch dann sollten Sie die Lösung nur im Notfall vorgeben und lieber das Team auffordern, in einem klaren Zeitrahmen Optimierungen zu finden. Und bei Hindernissen, Irrwegen oder gar Fehlern reagiert Empowering Leadership nie mit Tadel oder Abstrafung. Stattdessen leiten Sie eine sachliche Analyse und die gemeinsame Lösungsfindung – von der dann alle zusammen und mit vereinter Power profitieren.

Über den Autor Boris Kasper

Boris Kasper ist Diplom-Psychologe, Trainer und Coach, Change- und Business-4.0-Experte, Konflikt-Moderator und Mediator, Referent und Moderator. Oder kurz gesagt: Progress Professional – Profi für Fortschritt. Weil er mit seinem Team unternehmerischen, persönlichen und gemeinschaftlichen Fortschritt machbar macht.