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Boris Kasper

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Zum Autor Boris Kasper

Boris Kasper ist Diplom-Psychologe, Trainer und Coach, Change- und Business-4.0-Experte, Konflikt-Moderator und Mediator, Referent und Moderator. Oder kurz gesagt: Progress Professional – Profi für Fortschritt. Weil er mit seinem Team unternehmerischen, persönlichen und gemeinschaftlichen Fortschritt machbar macht.

Boris Kasper, 17. Oktober 2019

Die größten Unterschiede zwischen Generation Y und Gen Z als Arbeitnehmer

Und wie Sie beide Generationen gewinnen und binden können

Generation Y und Gen Z trennen oft nur wenige Altersjahre – doch ebenso häufig ganze Erwartungs- und Perspektivwelten. Das stellt Arbeitgeber vor vielfältige Herausforderungen, um beide Arbeitnehmer-Generationen unter einem Arbeitsdach optimal einsetzen und möglichst langfristig an das Unternehmen binden zu können. Dabei kann es relativ leicht gelingen, beide Generationen zu zufriedenen Mitarbeitern zu machen. Indem man eben nicht nur angestrengt nach möglichen Gemeinsamkeiten sucht – sondern die Unterschiede zwischen Generation Y und Gen Z bewusst betrachtet. Auch unter dem Stichwort Diversity können Sie die verschiedenen Talente und Ansprüche dann wertschätzend und möglichst authentisch fördern.

1. Haltung: Optimismus versus Realismus

Unterschiede zwischen Generation Y und Gen Z beginnen mit der Weltsicht

Auf dem aktuellen Arbeitsmarkt inzwischen nur noch die zweitjüngste ist die Generation Y. Sie wurde stark emanzipiert, sehr fürsorglich und extrem wertschätzend erzogen. Sozusagen in die Wiege gelegt wurde ihr die ständige Einladung zur Mitbestimmung und Teilhabe: An ihrer Erziehung, in den aufkommenden sozialen Medien – und auch durch gesellschaftliche Megatrends wie soziale und Gender-Gleichstellung, globale Vernetzung und die Digitalisierung. Weil sie als erste Generation von Anfang an in einer digitalisierten Welt aufgewachsen ist, werden die Generation Ypsiloner auch Digital Natives genannt. Genau diese positive (Aufbruch-)Stimmung der Industrie- und Erlebniswelt 4.0 mit ihren unzähligen Partizipationsmöglichkeiten und der Verheißung, alles sein nun möglich, hat diese Generation zu besonderen Optimisten gemacht. Sie möchte ihre Welt spielerisch und möglichst frei mitgestalten.

Die derzeit jüngste Arbeitnehmer-Gruppe ist die Generation Z. Auch sie wurde mit großer Wertschätzung erzogen, allerdings hat sich die Aufmerksamkeit ihrer Eltern zu einer Überfürsorglichkeit gesteigert – Stichwort Helikopter-Eltern. Während sie daheim also allzu gut behütet aufwuchsen, prägten sie von außen gleichzeitig die Bedrohungen von Klimawandel und Terror sowie auch sich wieder verhärtende und ausgrenzende politische und gesellschaftliche Agitation. Statt der glorreichen digitalen Auf- und Umbruchstimmung erlebten sie bereits die ersten Schattenseiten der Digitalisierung, auf den sie mit bewusstem Teilverzicht und einer teilweisen Rückbesinnung auf traditionelle Medien reagieren. Die Gen Z – sie hat erkannt, dass die versprochene digitale sowie auch die gesellschaftliche Teilhabe oftmals nur Illusion geblieben sind. Das hat sie zu äußerst kritischen Realisten gemacht. Ihre scharfe Weltsicht gemischt mit der überfürsorglichen Erziehungsprägung führt zu ihrem starken Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität.

2. Anspruch an Arbeitswelt: Work-Life-Blending versus Work-Life-Separating

Die Erwartung an gelebte Freizeit unterscheidet Generation Y und Gen Z wesentlich

Der Generation Y sind statt Statussymbolen und Gehalt eine intensiv gelebte Freizeit und die Option, diese flexible einzuteilen, wichtig. Darum wünscht sie sich ebenso flexible Arbeitsmodelle. Sie strebt nach Selbstverwirklichung und will sich im Job persönlich einbringen. Die Generation Y erwartet von ihrem Arbeitsplatz, dass sie dort berufliche und private Interessen sowie eigenen Werte leben kann: Sie will ihr Leben nicht von der Arbeit trennen – sondern in „Work-Life-Blending“, dem Vermischen von persönlicher Frei- und beruflicher Arbeitszeit, in einander übergehen lassen. Darum ist ihr Arbeit wichtig, die Sinn hat und so ihrem Sein Sinn gibt. Die visionäre Sinnsuche und der Ehrgeiz, selbstbestimmt die besten Lösungen zu entwickeln, ist charakteristisch für die Genration Y.

Auch der Generation Z ist ihre lebenswerte Freizeit äußerst wichtig. Doch anders als die Generation Y möchte sie Freizeit nicht „mal hier, mal dann“ zwischen der Arbeit erleben, sondern möglichst weit und klar von der Arbeitszeit abgrenzen: Die Gen Z möchte nicht flexibel arbeiten, sondern im Gegenteil zeitlich sowie inhaltlich strukturiert. Aus „Work-Life-Blending“ macht sie ein striktes „Work-Life-Separating“. Von ihrem Arbeitsplatz erwarten sie darum eine klare Trennung von privatem Leben und Beruf sowie verbindliche Freizeit-Regelungen. Selbstverwirklichung sucht sie nicht im Arbeitsleben, dennoch soll auch für die Gen Z der Job zu ihren individuellen Fähigkeiten sowie Werten passen. Auch für sie spielt Sinnhaftigkeit eine große Rolle – nur möchte sie diesen Sinn im Job nicht zwingend selbst suchen, sondern nachvollziehbar erklärt bekommen.

 

3. Leistung und Motivation: Teilhabe versus Zuteilung

Ein anderer Wille nach Teilhabe gehört zu den Unterschieden zwischen Generation Y und Gen Z

Die Generation Y fordert von ihrer Arbeitswelt sowie von ihrer Führung in hohem Maße Teilhabe, also Mitbestimmung und -gestaltung: an Prozessen, Strategien und Zielen – und den dafür optimalen Lösungswegen. Sie lehnt feste Strukturen ab und will sich stattdessen in möglichst agilen Teams und in flexibler Projekt-Arbeit selbst organisieren. Dafür braucht sie eine hierarchielose Atmosphäre, den Expertenaustausch auf Augenhöhe und Leadership, das sie zum Bestmöglichen empowert. Die Generation Y wünscht sich Kollegialität und familiären Team-Spirit: Das und ihre persönliche Entwicklung sind ihr wichtiger als bloßer Karriere-Aufstieg.

Motivationstipps für die Generation Y

  • Loben Sie die Generation Y regelmäßig, etablieren Sie eine positive Fehlerkultur
  • Halten Sie Briefings kurz und Feedbacks möglichst breit, bestenfalls 360°
  • Zeigen Sie Vision und Sinn auf, überlassen Sie ihnen die optimale Umsetzung
  • Schaffen Sie eine persönliche Atmosphäre, ermöglichen Sie Tandem- und Team-Arbeit

Die Gen Z könnte da kaum gegensätzlicher in ihrer Erwartungshaltung an Struktur und Führung sein: Denn sie möchte statt Teilhabe eine effiziente Zuteilung von Aufgaben – und auch Lösungswegen. Sie brennt gar nicht dafür, selbst den besten Weg finden, sondern verlangt von Leadership bereits bewährte und erfolgversprechende Lösungsansätze. Alles andere wäre für sie ineffektive Zeitverschwendung, die sie hasst. Die Gen Z liebt gute Organisation und mag feste Strukturen. Aber Achtung: Hierarchien akzeptiert sie nur gut, wenn diese sinnvoll und nachvollziehbar sind – Toleranz und Wertschätzung sind ihr sehr wichtig. Auch die Gen Z wünscht sich ein kollegiales Umfeld – eine freundschaftliche oder gar familiäre Atmosphäre sucht sie aber fast ausschließlich in ihrer Freizeit. Hohe Karrierewege sind ihr ebenfalls nicht wichtig, wohl aber Angebote zu möglichst breiter Weiterbildung.

Motivationstipps für die Gen Z

  • Geben Sie der Generation Z statt überschwänglichem Lob realistische Rückmeldungen
  • Ermöglichen Sie regelmäßige 360° Feedbacks mit wegweisenden Folgemaßnahmen
  • Zeigen Sie nachvollziehbare Lösungswege auf, überlassen Sie die Jungen nicht sich selbst
  • Etablieren Sie eine verlässliche Team-Kultur, in der Wort gehalten wird

4. Arbeitsmittel: Digitale Challenge versus analoge Effizienz

Während die Generation spielend lernt, schätzt die Gen Z den Ernst der Sache

Die Generation Y liebt Challenges: Den besten Lösungsansatz entwickeln, am innovativsten sein, in Testrunden und Lean-Projekten spielerisch gegen andere Teams antreten. Dabei geht es ihr aber nicht so sehr ums Gewinnen, als um den Spaß durch Gamification. So lernt die Generation Y auch am besten: Kurze, möglichst digitale Lerneinheiten, die mit Quizzes oder kleinen Belohnungen enden. Grundsätzlich eignet sie sich digitale Tools zur Weiterbildung, Kommunikation oder auch Arbeitserledigung extrem schnell an und verlangt auch hier konsequent immer wieder nach einem neuen Level – das sie liebend gerne selbst (mit)gestaltet.

Die Gen Z ist nicht per se weniger ehrgeizig oder gar humorlos. Sie möchte einfach nicht dauernd spielen und braucht auch keine Challenges, weil es ihr eben nicht so sehr um persönliche Verwirklichung im Arbeitsalltag geht. Sie weiß einen gewissen Ernst der Sache durchaus zu schätzen und ist auch mit selbigem dabei, wenn es ums Lernen und Weiterentwickeln geht. Darum scheut sie auch keine Abschlusstests oder Benotungssysteme: Die zeigen ihr eher deutlich, wo sie steht und was sie gezielt verbessern kann – das passt hervorragend zu ihrem Streben nach Effizienz und Klarheit. Auch die Gen Z ist als Digital Natives aufgewachsen, misstraut aber inzwischen einer totalen Digitalisierung. Das nächste Level darf für sie ruhig analog erreichbar sein – solange sie sich nicht langweilt oder unter Wert gefördert fühlt.

5. Arbeitsplatz: Großraumbüro versus eigener Rückzugsort

Auch die Erwartung an den Arbeitsort ist ein großer Unterschied zwischen Generation Y und Gen Z

s ist sicher auch dem ausgeprägten Spieltrieb der Generation Y zu verdanken, dass es der Kickertisch oder andere Gaming-Angebote inzwischen zum festen Stellenausschreibungsstandard geschafft haben. Ebenso wie längst nicht mehr nur hippe Start-Ups mit ihrer „familiären Wohnzimmer-Atmosphäre“ oder dem „Praktischen Großraumbüro mit kurzen Kommunikationswegen“ werben. Tatsächlich fühlt sich die Generation Y besonders wohl, wenn sich Arbeit möglichst wenig steif, sondern locker und heiter anfühlt. Sie braucht oftmals nicht mal einen festen Schreibtisch, lieber sucht sie sich agil den Platz, der einem temporären Team-Partner gerade am nächsten gelegen ist – oder arbeitet digital vernetzt einfach von überall aus mit jedem zusammen. Diese Generation ist grundsätzlich am zufriedensten, wenn sie sich mit anderen vernetzen und austauschen kann. Und das erwartet sie auch von Leadership: Führungskräfte sollte für sie ebenfalls immer ansprechbar und persönlich verfügbar sein.

Ginge es nun nur noch nach der Gen Z, müssten wohl in so manche Großraumbüros Trennwände eingezogen werden – denn statt wuseliger Kurzweg-Kommunikation schätzt sie ruhige Rückzugsorte. Am liebsten sind ihr tatsächlich eher heimelige kleine Büros, in denen sie effizient und ungestört arbeiten kann. Wenn die Gen Z kickern möchte, tut sie das eher in ihrer klar abgegrenzten Freizeit, Wohnzimmer-Atmosphäre möchte sie nach Feierabend in den eigenen vier Wänden erleben. Dabei grenzt sich auch die Gen Z nicht vom Team ab und braucht den Austausch, doch der sollte möglichst effizient gestaltet werden. Statt Lunch-Meetings mit Zeit zum Plaudern und Netzwerken mag sie kurze Zusammentreffen mit klarer Struktur und Zielsetzung. Home-Office kommt für sie nur im Notfall in Frage, digitale Vernetzung ist natürlich ok – analoge Lösungswege sind aber ebenso willkommen, wenn angebrachter. Weil sie sich selbst gerne zurückzieht, akzeptiert sie auch von ihrer Führungskraft eine gewisse Distanz zum Team: Solange sie gut organisiert weiß, was zu tun ist und andernfalls möglichst schnelle Lösungen bekommt.

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